Ageismus Diskussion beim Vielfaltsrat

„Du bist lange zu jung, um ernst genommen zu werden,

noch viel länger zu alt, um ernst genommen zu werden,

und in der kurzen Phase dazwischen zu beschäftigt, um

dich darüber zu freuen, dass du endlich mal ernst genommen

wirst.“ brand eins books, Zu jung? Zu alt? Egal! Von Clara Vuillemin & Peter Lau, 2025


Einige Teilnehmer*innen haben zunächst gar nicht verstanden, warum jemand von den Grünen Alten auf dem Podium saß. Dabei ist Altersdiskriminierung die häufigste Form der Diskriminierung und fast jede 2. Person (45%) erlebt sie. Gleichzeitig ist es die Diskriminierungsform, die am wenigsten zu Beschwerden führt.
Weil wir denken: Ist schon irgendwie okay so.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben, bei der herauskam: Viele Deutsche denken schlecht über Ältere, nehmen sie nicht ernst. 53% sagen, Alte hemmen den Fortschritt, tun nicht genug gegen den Klimawandel, sind zu wenig leistungsfähig.

51% sagen, dass Menschen über 70 keine politischen Ämter mehr ausüben sollen.

Und es gibt eine Norm des Verzichts, so Altersforscher Klaus Rothmund, Mitglied der Altersberichtkommission: „Es gibt die Erwartung, dass alte Menschen ihre Ansprüche zurückschrauben sollten. Was impliziert, dass im Alter das Leben weniger wert ist. “

Das bestätigt auch Prof. Eva-Marie Kessler in ihrer oben genannten Studie: Das Leben im Alter wird oft als defizitär, unveränderbar und wenig wertvoll gesehen.

Es wurde also Zeit für eine Diskussion über Altersdiskriminierung beim Diversitätsrat!

Auf dem Podium saßen Klar, Landtagsabgeordnete aus Berlin und unser Vorstandsmitglied Christa Möller-Metzger aus Hamburg. Beide näherten sich dem Thema aus ihrer jeweiligen Perspektive und kamen überein, wie wichtig der Austausch zwischen den Generationen ist, der viel zu selten stattfindet.

Anschließend war Zeit für Fragen – und die wurden zahlreich gestellt. Gute Diskussion, die vieles klären konnte. Wir Grünen Alten arbeiten auf jeden Fall weiter an diesem wichtigen Thema!

Gewählt wurde auch ein neues Präsidium, herzlichen Glückwunsch an Parica Partoshoar, Michael Sasse und Tenko Aemilia! An den nächsten beiden Tagen ging es weiter mit dem Vielfaltskonkgress mit vielen spannenden Referent*innen.

Pegah sprach über das Unfassbare, was gerade politisch passiert, was uns gerade alle so sehr beschäftigt.

Und der Wahlforscher Benjamin Höhne von der TU Chemnitz erklärte, dass gerade in Deutschland das Vertrauen in die Politik schwinde. Sind Bürgerräte eine Lösung, um mehr Menschen einzubinden? Im Moment drängt sich einem ja eher der Eindruck auf, dass viele Menschen einfach gar nichts mehr von Politik hören wollen. Da brauchen wir definitiv Lösungen und müssen neue Wege einschlagen!

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